64 – Irgendwas mit Bismarck | Planlos zur Einheit
In der Fortsetzung unserer Bismarck-Reihe konzentrieren wir uns auf das Entscheidungsjahr 1866. Wir fragen nach der Herkunft des Mythos vom „Reichsschmied“ und wie planvoll der Weg zum deutschen Nationalstaat war. Wir blicken auf verschiedene Akteure. analysieren die technischen Innovationen auf dem Schlachtfeld und diskutieren mögliche alternative Geschichtsverläufe.
Attentat und Kriegsbeginn
Kurz bevor der Konflikt mit Österreich im Mai 1866 eskalierte, hätte es auch schon wieder vorbei sein können: Ein junger Mann namens Ferdinand Cohen-Blind feuerte in Berlin fünf Schüsse auf Bismarck ab. Bismarck überwältigte seinen Attentäter höchstpersönlich, doch die öffentliche Reaktion war überraschend unterkühlt. Liberale Blätter sahen in Cohen-Blind fast schon einen Patrioten, der das Land von einem „Unhold“ befreien wollte. Wir besprechen, wie Bismarck diesen Moment für seinen Heldenmythos nutzte und wie schließlich ein Streit um Zuständigkeiten in Schleswig-Holstein den offiziellen Kriegsgrund gegen Österreich lieferte.
Mit der Bahn nach Böhmen
Bei Ausbruch des Deutschen Krieges standen die meisten Wetten wahrscheinlich gegen Preußen. Nicht nur Friedrich Engels sah die Preußen noch als unerfahrene „Friedensarmee“ und gegen Dänemark hatten die Österreich deutlich mehr Beachtung bekommen. Der preußische Generalstabschef Helmuth von Moltke setzte auf Schnelligkeit und Risiko. Für einen schnellen Aufmarsch nutzte er das wachsende Eisenbahnnetz und brachte die österreichische Nordarmee unter General von Benedek schnell in Bedrängnis.
Preußen und sein neuer Bund
Nach dem Sieg wurden die Karten in Deutschland neu gemischt. Wir beleuchten die Gründung des Norddeutschen Bundes und das Schicksal vieler kleinerer deutscher Staaten. Während Staaten wie Hannover von der Landkarte verschwanden, musste die freie Stadt Frankfurt die preußische Härte schmerzhaft spüren. Wir erzählen die tragische Geschichte des Frankfurter Bürgermeisters Karl Fellner, der sich angesichts der preußischen Geldforderungen und Kanonendrohungen das Leben nahm. Gleichzeitig entsteht mit der neuen Bundesverfassung der erste deutsche Bundesstaat. Erweitert um die süddeutschen Staaten entsteht daraus noch im Krieg gegen Frankreich 1871 das deutsche Kaiserreich.
Die „Englische Alternative“ und liberale Träume
Zum Ende werfen wir einen Blick auf einen hypothetischen Wendepunkt der Geschichte. Was hätte es bedeutet, wenn der Kronprinz (später Friedrich III.) früher an die Macht gekommen wäre? Wir diskutieren die sogenannte „Englische Alternative“: Friedrich war mit Victoria, der Tochter von Queen Victoria, verheiratet und galt als Hoffnungsträger für einen britisch geprägten Liberalismus in Preußen. Hätte ein starkes Parlament den „preußischen Militarismus“ frühzeitig einhegen können? Wir klären, warum diese Idee falschen Vorstellungen folgt und welche fortschrittlichen Ideen letztlich durch die konservative Führung umgesetzt wurden.
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